Zeigt her Euer Gold! Vermögensabgabe in Italien diskutiert
Der Untergang von Imperien durch Schulden und Währungszusammenbruch wird regelmäßig in die Geschichtsbücher eingemeißelt. Heute stehen die Vereinigten Staaten als modernes Imperium vor einer Staatsverschuldung von 37 Billionen Dollar, was 120 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt) entspricht.
Wie im alten Rom haben sich auch die USA auf Kredite verlassen, um ihre militärische Vorherrschaft, Sozialprogramme und Steuersenkungen zu finanzieren.
Im Haushaltsjahr 2025 gaben die USA fast ein Viertel aller Steuereinnahmen allein für die Zahlung von Schuldzinsen aus. Tendenz steigend. Mit Zinszahlungen in Höhe von 1,22 Billionen US-Dollar im diesjährigen Haushaltsjahr entspricht dies einem Anstieg von 7,3 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Haushaltsjahr. Ein erheblicher Teil der US-Schulden muss zu höheren Zinssätzen refinanziert werden.
Die Zinszahlungen der USA für ihre Schulden spiegeln so die untragbaren finanziellen Verpflichtungen des alten Roms wider. Dies trug zu dessen Untergang bei.
Die aktuellen Staatsdefizite spiegeln die Abhängigkeit des alten Roms von geliehenen Mitteln zur Finanzierung von Kriegen und öffentlichen Bauvorhaben wider. Schließlich wurde Rom von einer Hyperinflation erfasst. Bis zum Ende des 3. Jahrhunderts schossen die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen in die Höhe.
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Folgt Italien dem Schicksal des alten Roms?
In Italien hat die Staatsverschuldung Ende 2024 die Marke von 3 Billionen Euro überschritten. Die Schuldenquote in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Prognosen der Regierung auf rund 138 Prozent im Jahr 2026 steigen. Nur zur Erinnerung – die Maastricht-Kriterien der EU erlauben einen Schuldenstand von 60 Prozent des BIP.
Frankreich und Italien ringen regelmäßig um Platz 1 in Europa um die höchste absolute Staatsverschuldung. Die steigenden Zinskosten belasten die Schuldentragfähigkeit Italiens enorm – von eingenommenen 100 Euro werden im Staatshaushalt mehr als 10 Euro für Zinszahlungen ausgegeben. Droht dem neuen Rom das Schicksal des alten Roms?
Italien hält rund 2.452 Tonnen Gold in seinen Reserven, den drittgrößten nationalen Schatz nach den USA und Deutschland. Ein großer Teil lagert in Rom. Der Rest liegt in Fort Knox in den USA, in London und in Bern. Formal stehen sie jedoch in der Bilanz der Banca d’Italia.
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Privater Goldbesitz weckt Begehrlichkeiten
Diese setzt die Geldpolitik der EZB um und nimmt Weisungen der nationalen Regierung nicht entgegen. Gold gilt als Instrument der Geldstabilität, nicht als fiskalische Ressource. Es ist wie Devisen Bestandteil der monetären Basis, die die Glaubwürdigkeit der Einheitswährung Euro stützen soll. Dieser Rechtsrahmen bedeutet: Gold lässt sich nicht in den Staatshaushalt überführen oder zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben nutzen, ohne gegen europäische Regeln zur Unabhängigkeit der Zentralbanken und gegen das Verbot monetärer Staatsfinanzierung zu verstoßen.
Da verwundert es nicht, dass sich bei klammen EU-Staaten wie Italien nun der Blick auf den privaten Goldbesitz richtet. Der Anstieg des Goldpreises weckt Begehrlichkeiten. Immerhin hat sich dessen Wert allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt.
Die Liebe der Italiener zum gelben Metall ist legendär, denn das Land hatte über Jahrzehnte mit der Lira eine traditionell schwache Währung. Gold hatte immer in Familien und nichtstaatlichen Organisationen, die eher im Süden angesiedelt sind, als Wertspeicher seinen festen Platz.
Gold wurde in den Familien über Generationen weitergegeben. Oft fehlen Dokumente über die Anschaffung und damit den Kaufpreis. Es liegen keine genauen Daten zum privaten Goldbesitz vor. Schätzungen zufolge liegt der Privatbestand bei bis zu 5.000 Tonnen – in Zeiten von Goldhöchstständen bedeutet das einen Wert, der in Richtung 500 Milliarden Euro geht.
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Eine Sondersteuer auf nicht gemeldetes Gold
Nun plant die italienische Regierung, Bürgern gegen eine Einmalabgabe die steuerliche Bereinigung undokumentierter Bestände zu ermöglichen. Zur Einordnung: Der Privatbesitz von Gold ist in Italien generell erlaubt und steuerfrei. Ebenso ist der Kauf von Gold von einem Unternehmen durch eine Privatperson in Italien steuerfrei. Bei der Veräußerung gibt es allerdings steuerliche Regelungen. Wenn kein Kaufnachweis vorhanden ist, wird eine Strafe von 26 Prozent auf den gesamten Verkaufswert fällig. Eine gute Dokumentation ist zweckdienlich, besonders bei Erbschaften.
Die große Not im neuen Rom macht erfinderisch. Eine einmalige Sondersteuer von 12,5 Prozent auf nicht dokumentierte Bestände wird diskutiert, um diese zu legalisieren. Diese Steuer wäre niedriger als die Strafe von 26 Prozent und würde kurzfristig enorme Einnahmen generieren – quasi ein Amnestieprogramm für private Goldschätze. Der Stichtag für die Neuregelung soll der 30. Juni 2026 sein, um den Bestand zu legalisieren. Gegen einen Tribut können alle Personen ihr Gold legalisieren. Die Umsetzung soll einfach gestaltet werden – registrierte Goldhändler organisieren die Bewertung, Dokumentation und Meldung.
„Nachtigall – ich hör Dir trapsen!“ Ich habe eine Vorahnung. Sollen hier etwa die privaten Bestände erfasst werden, um später zuzugreifen? Die Erfassung wird sicher keine Lücken offenlassen. Die ausweglose Situation der Staaten im Verschuldungsmodus macht Enteignungsszenarien immer wahrscheinlicher. Italien zeigt gerade, wie schnell sich der Blick auf privates Vermögen richtet.
Vermögenswerte außerhalb der EU strukturieren
Sondersteuern auf nicht gemeldetes Gold, Zahlungsverkehrskontrollen, strenge Bargeldgrenzen – Italien liefert einmal mehr eine Blaupause. Niemand, der noch seinen gesunden Menschenverstand hat, wird wohl sein Gold deklarieren. Für die südlichen Organisationen wird es eine zusätzliche Möglichkeit, die „Waschmaschine“ im Einklang mit der Regierung auf den Schleudergang zu bringen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt mehr denn je, dass Vermögenswerte rechtzeitig außerhalb der EU strukturiert werden müssen – ohne digitale Spur und diskret durchgeführt.
Die weltweit reichsten Regierungen steuern auf eine enorme Schuldenkatastrophe zu. Und Staatsschulden werden selten ehrlich zurückgezahlt – sie werden inflationär abgebaut oder stillschweigend nicht bedient. Und auch das Wirtschaftswachstum kann uns dieses Mal nicht retten.
Würde die italienische Zentralbank hypothetisch auf Anweisung der Regierung handeln und ihre Goldreserven veräußern, gälte das als Gefahr für die Stabilität des Euro.
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