Großbrand in Hongkong unter Kontrolle – 65 Tote und mehr als 250 Vermisste

Mindestens 65 Menschen, darunter ein Feuerwehrmann, sind bei einem Großbrand in einem Wohnkomplex in Hongkong bisher ums Leben gekommen. Die Polizei nahm drei Männer einer Baufirma wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung fest.
Zur Brandursache wurde noch ermittelt.
Zur Brandursache wird noch ermittelt.Foto: Vernon Yuen/Nexpher via ZUMA Press Wire/dpa
Epoch Times27. November 2025

Bei dem Großbrand in einem Wohnhochhauskomplex in Hongkong sind mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Mittlerweile gelten insgesamt 123 Menschen bei dem Brand im Stadtteil Tai Po als verletzt, rund 70 liegen davon in Krankenhäusern. Offen blieb die Zahl der Vermissten. Diese hatten die Behörden zuvor mit 250 und mehr beziffert.

Die Wohnanlage brannte mehr als 15 Stunden lang. In vier Hochhäusern seien die Brände gelöscht und in drei weiteren unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) mit.

Über den Hochhausblöcken Wang Fuk Court zogen am 27. November weiterhin dichte Rauchschwaden auf. Die Feuerwehr setzt ihre Löscharbeiten von Drehleitern aus fort, wie Liveübertragungen zeigten. Wegen der Verkehrsbehinderungen fiel an 13 Schulen der Unterricht aus. 26 Teams der Feuerwehr waren im Einsatz.

Helfer retteten nach eigenen Angaben mehr als 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch weitere Überlebende aus den betroffenen Gebäuden. Die Feuerwehr brachte zudem mehrere Katzen und Hunde, die überlebt hatten, aus den Gebäuden, wie auf Fotos zu sehen war.

Drei Männer verhaftet

Einem Bericht der Hongkonger „South China Morning Post“ zufolge wurden drei Männer einer Baufirma wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung festgenommen.

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Die Aufnahmen des Großbrandes gingen um die Welt. Foto: Vernon Yuen/Nexpher via ZUMA Press Wire/dpa

Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Sie wollten dabei die Sicherheitsstandards des Bambusbaugerüsts und der daran befestigten grünen Netze unter die Lupe nehmen, mit denen alle Gebäude wegen Renovierungsarbeiten verkleidet waren.

Ermittler fanden mit Polystyrolplatten – einem leicht entflammbaren Kunststoff, der häufig als Dämmmaterial verwendet wird – verbaute und teils blockierte Fenster sowie mutmaßlich minderwertige Baumaterialien. Beides könnte dazu beigetragen haben, dass sich das Feuer so schnell ausbreitete. Die Flammen hatten sieben der acht Wohnblöcke der Anlage erfasst.

„Die Regierung hat unverzüglich Inspektionen aller Wohnsiedlungen in der Stadt angeordnet, in denen größere Reparaturarbeiten durchgeführt werden, um die Sicherheit von Gerüsten und Baumaterialien zu überprüfen“, erklärte der Regierungschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, John Lee, am 27. November im Onlinedienst Facebook.

Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Sie wollten dabei die Sicherheitsstandards des Bambus-Baugerüsts und der daran befestigten grünen Netze unter die Lupe nehmen, mit denen alle Gebäude wegen Renovierungsarbeiten verkleidet waren.

Hongkongs Antikorruptionsbehörde leitete ebenfalls Ermittlungen ein, „um mögliche Korruption im Zusammenhang mit dem Großprojekt zur Renovierung der Wohnanlage Wang Fuk Court“ zu untersuchen.

Brand in mindestens sieben Gebäuden

Unter den Toten ist auch ein Feuerwehrmann. Wie die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion bestätigte, war der 37-Jährige bewusstlos am Einsatzort aufgefunden worden und kam in ein Krankenhaus, in dem er später an den Folgen starb.

Mehrere Bewohner des Gebäudekomplexes sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten keinen Feueralarm gehört. Stattdessen hätten sie von Tür zu Tür gehen müssen, um Nachbarn zu warnen. „Klingeln, an Türen klopfen, die Nachbarn alarmieren, ihnen sagen, sie sollen gehen – so war die Situation“, sagte ein Anwohner.

Dichter Rauch und Flammen steigen am 26. November 2025 über mehreren Wohnblocks im Wang Fuk Court im Stadtteil Tai Po in Hongkong auf. Foto: Yan Zhao/AFP via Getty Images

Die Bedingungen im Inneren der Türme waren äußerst schwierig, teilte die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte arbeiteten sich Stockwerk für Stockwerk nach oben, während weiterhin Hilferufe aus Wohnungen eingingen, die sie noch nicht erreicht hatten.

Insgesamt umfasst das Gebiet acht Wohnhäuser mit je 32 Stockwerken und insgesamt knapp 2.000 Wohnungen. Die Gebäude waren alle für Renovierungsarbeiten mit einem Baugerüst aus Bambus eingefasst.

leitete ebenfalls Ermittlungen ein, „um mögliche Korruption im Zusammenhang mit dem Großprojekt zur Renovierung der Wohnanlage Wang Fuk Court“ zu untersuchen.

Brand in mindestens sieben Gebäuden

Unter den Toten ist auch ein Feuerwehrmann. Wie die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion bestätigte, war der 37-Jährige bewusstlos am Einsatzort aufgefunden worden und kam in ein Krankenhaus, in dem er später an den Folgen starb.

Mehrere Bewohner des Gebäudekomplexes sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten keinen Feueralarm gehört. Stattdessen hätten sie von Tür zu Tür gehen müssen, um Nachbarn zu warnen. „Klingeln, an Türen klopfen, die Nachbarn alarmieren, ihnen sagen, sie sollen gehen – so war die Situation“, sagte ein Anwohner.

Dichter Rauch und Flammen steigen am 26. November 2025 über mehreren Wohnblocks im Wang Fuk Court im Stadtteil Tai Po in Hongkong auf. Foto: Yan Zhao / AFP via Getty Images

Die Bedingungen im Inneren der Türme waren äußerst schwierig, teilte die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte arbeiteten sich Stockwerk für Stockwerk nach oben, während weiterhin Hilferufe aus Wohnungen eingingen, die sie noch nicht erreicht hatten.

Insgesamt umfasst das Gebiet acht Wohnhäuser mit je 32 Stockwerken und insgesamt knapp 2.000 Wohnungen. Die Gebäude waren alle für Renovierungsarbeiten mit einem Baugerüst aus Bambus eingefasst.

Weltweites Interesse

Aus dem Ausland erreichten Hongkong erste Beileidsbekundungen. Das Generalkonsulat Großbritanniens drückte den Betroffenen und den Rettungskräften seine Nähe aus. Hongkong war bis 1997 britische Kronkolonie.

Auch die diplomatischen Vertretungen Deutschlands, der EU und der USA zeigten online ihre Anteilnahme. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte sich bereits am Vortag betroffen über den Brand gezeigt und Pekings Unterstützung zugesichert.

Die Feuerwehrleute waren am 27. November weiterhin damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Foto: Peter Parks / AFP via Getty Images

Feuerwehr: Sehr hohe Temperaturen in den Gebäuden

Die Temperaturen in den Gebäuden [aufgrund des Feuers] stellen eine Herausforderung für die Brandbekämpfung dar, sagt Derek Armstrong Chan, stellvertretender Direktor der Feuerwehr, in der „South China Morning Post“.

„Trümmer und Gerüste des betroffenen Gebäudes fallen herunter und stellen eine zusätzliche Gefahr für unser Frontpersonal dar.“ Und: „Außerdem ist die Temperatur im Inneren des Gebäudes sehr hoch. Es ist ziemlich schwierig für uns, das Gebäude zu betreten und nach oben zu gehen, um Brandbekämpfungs- und Rettungsaktionen durchzuführen.“

Fotos und Videos vom Einsatzort zeigten am 26. November große Rauchschwaden, die aus den eingerüsteten Wohnhochhäusern aufstiegen.

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Die Feuerwehr erreichten Anrufe von eingeschlossenen Menschen. Foto: Vernon Yuen/Nexpher via ZUMA Press Wire/dpa

Auch war zu sehen, wie die Fassadengerüste über mehrere Stockwerke hinweg in Flammen standen und brennende Teile zu Boden stürzten. Zudem waren im Inneren einzelner Wohnungen Feuerherde zu erkennen.

Hunderte Einsatzkräfte vor Ort

Anwohner in der Nähe des Einsatzortes sollten Fenster und Türen geschlossen halten und die Gegend um die brennenden Gebäude meiden. Die Hongkonger Polizei richtete einen Telefonservice ein, damit sich die Öffentlichkeit informieren konnte.

Wie die Hongkonger „South China Morning Post“ auch berichtete, waren mehr als 1.200 Feuerwehrleute und 400 Polizisten im Einsatz. Mehr als 900 Menschen suchten Unterschlupf in den von der Stadt eingerichteten Unterkünften.

Hunderte suchten Schutz in Notunterkünften.

Hunderte suchten Schutz in Notunterkünften. Foto: Zhu Wei/Xinhu/dpa

Die Behörden richteten eine Hotline sowie Notunterkünfte für die in Sicherheit gebrachten Bewohner ein.

Die obdachlos gewordenen Bewohner sollen laut Hongkongs Regierungschef John Lee zunächst in Hostels oder Hotels unterkommen. Anschließend könnten sie in 1.800 subventionierte Übergangswohnungen umziehen, sagte er während einer Pressekonferenz.

In Hongkong stehen einige der am dichtesten bewohnten und höchsten Wohnblöcke der Welt. Früher gehörten tödliche Feuer zum Alltag, insbesondere in ärmeren Stadtvierteln.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden jedoch die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, sodass solche Brände heute viel seltener vorkommen. (afp/dpa/ks)



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