Puigdemont: Katalanische Unabhängigkeitsbefürworter entziehen Madrid Unterstützung

Die katalanische Unabhängigkeitspartei Junts per Catalunya entzieht der spanischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez ihre Unterstützung im Parlament. Damit ist die Zukunft der Regierung in Madrid ungewiss.
Puigdemont lebt seit Jahren im Exil - er könnte aber Spanien in eine Krise stürzen. (Archivbild)
Puigdemont lebt seit Jahren im Exil - er könnte aber Spanien in eine Krise stürzen. (Archivbild)Foto: Joan Mateu/AP/dpa
Epoch Times27. Oktober 2025

Die Partei der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter, Junts per Catalunya (Zusammen für Katalonien), entziehen dem früheren Regionalpräsidenten Carles Puigdemont zufolge der spanischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez die Unterstützung im Parlament in Madrid.

Zukunft der Regierung in Madrid ungewiss

Die Führung von Junts habe beschlossen, „die Rolle der Opposition einzunehmen“, sagte Puigdemont am Montag bei einer Pressekonferenz nach einem Parteitreffen in Perpignan in Südfrankreich. Ohne die Unterstützung der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter ist die Zukunft der Regierung in Madrid ungewiss.

Puigdemont erklärte, dass die Entscheidung der Parteiführung „natürlich“ den Parteimitgliedern zur Abstimmung vorgelegt werde. An deren Zustimmung besteht jedoch kaum Zweifel. Junts wirft der spanischen Regierung vor, ihre Versprechen nicht eingehalten zu haben.

Junts und Sánchez‘ sozialistische Partei PSOE hatten sich nach zähen Verhandlungen Ende 2023 auf die Zusammenarbeit im Parlament geeinigt, wodurch Sánchez als Ministerpräsident gewählt werden konnte.

[etd-related posts=“4700114,4698296″]

Im Gegenzug brachte die Madrider Regierung ein Amnestiegesetz für katalanische Unabhängigkeitsbefürworter auf den Weg, das 2024 vom Parlament verabschiedet wurde. Nach monatelangen Protesten der konservativen Opposition erklärte das spanische Verfassungsgericht die Amnestie Ende Juni dieses Jahres für rechtmäßig.

Die Amnestie kam katalanischen Unabhängigkeitsanhängern zugute, die nach dem gescheiterten Abspaltungsversuch der reichen Region im Nordosten Spaniens im Jahr 2017 von der spanischen Justiz verfolgt wurden.

Puigdemont weiterhin im Exil in Belgien

Dem früheren Regionalpräsidenten Puigdemont, der immer noch im Exil in Belgien lebt, half das Amnestiegesetz jedoch nicht. Er war nicht nur wegen seiner politischen Aktivitäten angeklagt worden, sondern auch wegen einer angeblichen Veruntreuung öffentlicher Gelder. In diesem Punkt erteilte die spanische Justiz keine Amnestie.(afp/red)



Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion