Eklat bei Preisverleihung: Zuschauer verlassen bei Merz-Rede den Saal

Aus Protest gegen die „Stadtbild“-Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz haben 30 Zuschauer bei der Verleihung eines Integrationspreises in Berlin den Saal verlassen. Sie kehrten erst nach der Rede des CDU-Politikers auf ihre Plätze zurück.
Titelbild
Bundeskanzler Friedrich Merz.Foto: via dts Nachrichtenagentur
Epoch Times20. November 2025

In Berlin ist es bei der Verleihung des Talisman-Preises für gesellschaftlichen Zusammenhalt der Deutschlandstiftung Integration zu einem Eklat gekommen. Als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Rede zum Thema Integration begann, standen etwa 30 Zuschauer auf und verließen demonstrativ den Saal.

Sticker mit Aufschrift „Wir sind das Stadtbild“

Wie die „WELT“ berichtet, trugen sie Sticker mit der Aufschrift „Wir sind das Stadtbild“. Im Eingangsbereich formierten sie sich zu einem Gruppenbild und nahmen erst nach der etwa 20 Minuten langen Rede des Kanzlers wieder an der Veranstaltung teil.

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Wie Epoch Times berichtete, wurde Merz Mitte Oktober bei einem Termin in Potsdam auf das Erstarken der AfD angesprochen. Darauf antwortete er unter anderem, dass man Versäumnisse in der Migrationspolitik aus der Vergangenheit nun korrigiere und Fortschritte mache. „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“ Damit löste er Proteste aus.

Einige Tage später äußerte er sich konkreter. So bereiteten jene Migranten Probleme, die ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus im Land seien, sich nicht an Regeln hielten und auch nicht arbeiteten.

Der Stiftungspreis ehrt Menschen, die sich durch ihr Engagement für einen Zusammenhalt der Gesellschaft verdient gemacht haben, heißt es auf der Internetseite in der Selbstbeschreibung. Der Talisman wird seit 2019 verliehen. Erste Preisträgerin war die Holocaustüberlebende Margot Friedländer. Die Zeitzeugin starb im vergangenen Mai im 104. Lebensjahr.

Merz: Ein offenes Land braucht Integration

In diesem Jahr hat Merz vier Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet. Es sind Malaika Mihambo (Olympia-Siegerin in Tokio 2020), Yemisi Ogunleye (Olympia-Siegerin in Paris 2024), Elena Semechin (Paralympics-Siegerin in Tokio 2020) und Leo Neugebauer (Silber bei den Olympischen Spielen in Paris 2024; Gold bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio). Als Schirmherr der Deutschlandstiftung Integration betonte er in seiner Rede, welche Bedeutung Sport hat. „Wir sind eine offene Gesellschaft, und wir wollen es bleiben. Eine solche offene Gesellschaft braucht Integration.” Der Bundeskanzler würdigte die Anwesenden. Sie seien „Vorbilder für so viele junge Menschen, wie wir sagen, mit Migrationshintergrund.“

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Die meisten hätten für den Platz, an dem sie heute stehen, mehr Anstrengungen, mehr Einsatz, mehr Arbeit aufwenden müssen als andere. Auch seien sie Vorbehalten ausgesetzt, wegen ihres Namens oder wegen ihrer Äußerlichkeiten. Danach seien sie beurteilt worden, und nicht wegen ihres Charakters oder ihrer Fähigkeiten. Sie hätten das jedoch mit ihrem Einsatz wettgemacht und seien ihren Weg gegangen. Das mache sie zu Vorbildern vieler jungen Menschen mit, „wie wir sagen, mit Migrationshintergrund […] Sie zeigen, dass sich diese Anstrengung lohnt.“



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