„Die Union ist zum ersten Mal in ihrer Stellung als Volkspartei gefährdet“
CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen sieht den Nachfolger von Armin Laschet an der Parteispitze vor enormen Herausforderungen. „Die Union ist zum ersten Mal in ihrer Stellung als Volkspartei gefährdet“, sagte Röttgen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). „Wir stehen nah an der Klippe, können aber immer noch umsteuern.“
Die Union hatte mit ihrem Kanzlerkandidaten Laschet bei der Bundestagswahl ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. Laschet hatte darauf Anfang Oktober angekündigt, den Parteivorsitz abzugeben. Ein Sonderparteitag soll bis Anfang 2022 zudem die komplette Führungsriege der CDU aus Präsidium und Bundesvorstand neu wählen.
Am Samstag soll eine Konferenz der mehr als 300 Kreisvorsitzenden der CDU in Berlin darüber diskutieren, ob die neue Führung durch eine Mitgliederbefragung bestimmt werden soll. Am Dienstag sollen dann die CDU-Gremien eine Entscheidung treffen.
Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Christoph Ploß forderte eine Mitgliederbefragung, um einen neuen Parteivorsitzenden zu bestimmen. „Ich erwarte, dass von der Kreisvorsitzendenkonferenz ein klares Signal für mehr Mitgliederbeteiligung ausgeht“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Nur so kann es gelingen, der entstandenen Entfremdung zwischen den Gremien der Bundespartei und der Basis entgegenzuwirken“
Auch Junge-Union-Chef Tilman Kuban bekräftigte die Forderung nach einer Mitgliederbefragung bei mehreren Kandidaten für den Parteivorsitz. Sie sei durch eine Urnenwahl in den Kreisgeschäftsstellen schnell umsetzbar, sagte er der „Rheinischen Post“. Dann könne auch der Parteitag noch in diesem Jahr stattfinden.
Röttgen, der als möglicher Bewerber für die Laschet-Nachfolge gilt, warnte die CDU unterdessen vor einem Rechtsruck. „Die drei künftigen Regierungsparteien wollen alle irgendwie in der Mitte sein“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Diesen Platz dürfen wir nicht räumen. Sonst etablieren sich SPD, Grüne und FDP dort weiter und für uns wird es in Zukunft noch schwieriger.“ (afp/oz)
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