Tausende Verkäufer und Pflegekräfte müssen aufstocken

Wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zeigt, müssen Tausende Verkäufer und Angestellte im medizinisch-pflegerischen Bereich ihr Gehalt trotz Vollzeitstelle durch Sozialleistungen aufstocken lassen.
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Unsichere Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor nehmen immer mehr zu.Foto: Stefan Sauer/dpa
Epoch Times29. März 2020

Unter den Beschäftigen, auf die es in der Corona-Krise besonders ankommt, müssen Viele Sozialleistungen in Anspruch nehmen, weil ihr Gehalt zum Leben nicht reicht. Das geht aus der Antwort auf eine Schriftliche Frage der Linksfraktion hervor, aus der die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe) zitiert. Danach mussten im Jahr 2018 – neuere Zahlen gibt es noch nicht – mehr als 50.000 Verkäufer Leistungen der Grundsicherung in Anspruch nehmen, obwohl sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren.

Knapp 5.000 davon hatten eine Vollzeitstelle. In der Altenpflege stockten mehr als 17.000 Beschäftigte auf, davon jeder zehnte in Vollzeit-Beschäftigung. Auch mehr als 1.600 Beschäftigte in der Krankenpflege oder in Rettungsdiensten verdienten mit ihrer Vollzeit-Stelle nicht genug, um Wohnung und Lebensunterhalt für ihre Familie zu bestreiten.

Corona-Krise verdeutlicht Probleme des deutschen Niedriglohnsektors

Bundesweit waren 2018 rund 200.000 Vollzeit-Beschäftigte auf solche Hilfen angewiesen, ein Drittel davon Auszubildende. „Die Corona-Krise zeigt, ohne welche Berufe unser Land nicht funktionieren würde“, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. „Es ist eine Schande, dass wir zigtausende dieser Menschen nach ihrer unverzichtbaren Arbeit weiterhin zum Sozialamt schicken.“ Die Bundesregierung müsse umgehend den Mindestlohn und entsprechende Branchenmindestlöhne anheben. „Die Stützen unseres Landes haben mehr Wertschätzung, vor allem auch mehr Geld verdient“, sagte Bartsch. (dts)

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