Volksfest Gillamoos: Söder grenzt sich klar von AfD und Linkspartei ab

Zum Frühschoppen beim Gillamoos-Volksfest fielen durch CSU-Chef Markus Söder deutliche Worte zur AfD und den Linken. Söder sagte: „Nein zu einer Übernahme Deutschlands, Bayerns durch die AfD“. Und: „Für die CSU sage ich nein zur Zusammenarbeit mit Sozialisten, Kommunisten und Linksaußen“. Der AfD-Bundesvorsitzende Chrupalla sieht seine Partei hingegen auf dem Weg in die Regierungsverantwortung.
CSU-Chef Markus Söder kann sich vorstellen, Kanzlerkandidat zu werden. (Archivbild)
CSU-Chef Markus Söder (Archivbild).Foto: Sven Hoppe/dpa
Epoch Times8. September 2025

CSU-Chef Markus Söder hat sich klar sowohl von der AfD als auch von der Linkspartei abgegrenzt. Das Ziel der AfD sei „doch klar – zu spalten, zu schwächen und eine andere Form der Demokratie entwickeln“.

Das sagte Söder beim heutigen Volksfest Gillamoos im bayerischen Abensberg. Söder bekräftigte sein Nein zu einem AfD-Parteiverbot, „weil es einen Märtyrerstatus gibt, der falsch ist“.

Zugleich dürfe niemand „blind“ sein. So gebe es Rechtsradikale in zentraler Position im Landtag, viele AfD-Politiker würden zudem vom Verfassungsschutz beobachtet.

„Lassen wir unser Land nicht auf den Leim gehen, lassen wir unser Land nicht kaputtgehen“, sagte Söder und fügte hinzu: „Nein zu einer Übernahme Deutschlands, Bayerns durch die AfD.“

Klare Absage an die Linken

Eine klare Absage erteilte Söder auch den Linken. „Ich will mit der Linkspartei nichts zu tun haben“, sagte der bayerische Ministerpräsident.

Auch wenn mancher in der CDU hoffe, die Union möge sich zur Linkspartei öffnen, „für die CSU sage ich nein zur Zusammenarbeit mit Sozialisten, Kommunisten und Linksaußen“. „SPD reicht uns schon als Partner“, fügte Söder hinzu.

Der Frühschoppen beim Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg ist nach dem politischen Aschermittwoch die zweite große politische Veranstaltung im Jahr in Bayern. Dabei gehen der Politiker in Bierzeltatmosphäre betont rustikal auf Stimmenfang. Die Parteien laden parallel in verschiedene Zelte auf dem Festgelände ein. Die AfD trifft sich abseits in einem anderen Bereich.

Chupalla sieht Regierungsverantwortung nahen

Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla sieht seine Partei hingegen auf dem Weg in die Regierungsverantwortung. Es werde eine AfD-Regierung geben, „wenn nicht nächstes Jahr schon in Sachsen-Anhalt, spätestens 2029 auf Bundesebene“, sagte Chrupalla in Abensberg. Die AfD werde das Land verändern – „wir werden es blau machen, auch in Bayern“.

In Sachsen-Anhalt wird im September 2026 ein neuer Landtag gewählt. Einer aktuellen Umfrage zufolge liegt die AfD dort derzeit mit Abstand vorn, rund 10 Prozentpunkte vor der regierenden CDU. Auch in Thüringen wurde die AfD bei der Landtagswahl vor einem Jahr stärkste Kraft. Eine Regierungsbeteiligung scheiterte am Widerstand der anderen Parteien.

Sticheleien über Essgewohnheiten

CSU und Grüne stichelten beim Gillamoos einmal mehr über die jeweiligen Essgewohnheiten. Grünen-Bundeschef Felix Banaszak nannte CSU-Chef Söder in Anspielung auf einen bekannten Filmtitel denjenigen, „der mit der Wurst tanzt“. Bayerns SPD-vorsitzende Ronja Endres sagte, Söder sei „ja nur nebenberuflich in der Politik, sein Hauptberuf ist Foodblogger“.

Söder, der in sozialen Medien unter dem Schlagwort #söderisst regelmäßig über seine Ernährungsgewohnheiten berichtet und Bilder seiner Mahlzeiten veröffentlicht, plädierte für „die Freiheit beim Essen“.

„Wir sind frei, jeder kann essen was er will, aber Fleisch gehört dazu – Schluss mit dem Tofuterror“, sagte er mit Blick auf den seit einigen Monaten amtierenden Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), einen gelernten Metzgermeister.

„Die Grünen greifen mich ständig an, dass ich ab und zu mich nicht nur von Körnern, Brokkoli und Blumenkohl ernähre“, kritisierte Söder. Er habe sich entschieden, „die Schwerpunkte meiner Ernährung anders zu setzen“. (afp/red)



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