Zivildienst: Reste der Bundesbehörde sind noch vorhanden

Das Familienministerium ist für den Zivildienst zuständig, falls die Wehrpflicht wieder eingeführt wird. Reste der damaligen Behörde sind noch vorhanden und sollen nun Vorkehrungen treffen. Ministerin Prien sprach sich dafür aus, auch Frauen in die Wehrpflicht einzubeziehen.
Deutliches Plus: Die Bezahlung von Pflegekräften in Pflegeheimen ist spürbar gestiegen. (Illustration)
Die Wehrpflicht wurde in Deutschland 2011 ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Viele Pflegeheime haben die „Zivis“ vermisst.Foto: Tom Weller/dpa
Epoch Times28. September 2025

Die Bundesregierung bereitet sich bereits darauf vor, dass es im Fall einer Rückkehr zur Wehrpflicht auch wieder einen Zivildienst geben würde.

„Wir müssen schon jetzt Vorkehrungen treffen: Schon jetzt steigt die Zahl derjenigen signifikant, die den Wehrdienst verweigern, obwohl sie noch gar nicht gemustert oder eingezogen werden“, sagte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), deren Ressort für den Zivildienst zuständig ist, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Diese Menschen sollten eine Antwort von der Verwaltung erhalten.

Reste der Behörde sind noch vorhanden

Zuständig ist dafür das heutige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), in dem das frühere Bundesamt für den Zivildienst aufging.

„Das hatte damals 600 Mitarbeiter“, sagte Prien. „Es gibt noch die Reststruktur in der Behörde, weil es im Laufe der Jahre immer Fälle von Wehrdienstverweigerung gab. Denn die Wehrpflicht ist ja nur ausgesetzt, aber nicht abgeschafft.“

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Zur genauen aktuellen Zahl der Mitarbeiter in der Behörde äußerte sich die Ministerin nicht – auch nicht dazu, in welcher Größenordnung diese nach und nach aufgestockt werden könnte.

Sie machte klar, dass die Arbeit dort zunehme und die Regierung darauf reagieren müsse. „Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer war lange sehr, sehr gering“, sagte Prien.

In den vergangenen Monaten habe die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung deutlich zugenommen. Allein in der ersten Jahreshälfte seien es mehr als 1.500 gewesen.

Bundesfreiwilligendienst statt Zivis

Die Wehrpflicht war in Deutschland im Jahr 2011 ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Anstelle des Zivildienstes wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt.

Im Sommer wurde nun ein Gesetzentwurf zur Einführung eines neuen Wehrdienstes auf den Weg gebracht, der eine Wehrerfassung junger Männer einführt und zunächst auf Freiwilligkeit sowie einen attraktiveren Dienst setzt.

Prien sprach sich dafür aus, Frauen auch in die Wehrpflicht einzubeziehen, falls diese zurückkommen sollte. „Ja, das ist für mich eine Gleichstellungsfrage“, sagte sie. „Ich persönlich bin eine Befürworterin eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres für Männer und Frauen.“

Bei der Wehrpflicht wäre eine Verfassungsänderung nötig, um auch Frauen einzuziehen. Prien sagte aber: „Im Zweifel wäre ich dafür, das zu machen.“ (dts/red)



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