VW fährt die Produktion wieder hoch – Zuliefererbranche erhält wieder Aufträge

Mit Zwickau geht das erste deutsche Fahrzeugwerk des VW-Konzerns wieder in Betrieb. Damit können auch die Zulieferer der Automobilbranche ihre Mitarbeiter Stück für Stück aus der Kurzarbeit zurückholen.
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Bei VW läuft die Fahrzeugproduktion langsam wieder an.Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/dpa
Epoch Times23. April 2020

Zurück ans Band: Nach mehr als fünf Wochen Corona-Stillstand läuft beim Autobauer Volkswagen heute die Fahrzeugproduktion langsam wieder an.

Den Anfang macht das Werk im sächsischen Zwickau, wo seit November mit dem ID3 der vollektrische Hoffnungsträger des Konzerns gebaut wird. Zeitgleich soll auch das Motorenwerk Chemnitz schrittweise wieder hochgefahren werden, teilte das Unternehmen im Vorfeld mit. Die Gläserne Manufaktur in Dresden folgt demnach am kommenden Montag, ebenso wie die Werke in Wolfsburg, Emden und Hannover.

Schutzmasken und langsamerer Takt

Um die Sicherheit der rund 10.000 Mitarbeiter an den drei sächsischen Standorten zu gewährleisten, setzt VW unter anderem auf verschärfte Hygienestandards und kürzere Reinigungsintervalle. So sollen die Arbeiter in Bereichen, in denen Abstände von 1,5 Metern nicht möglich sind, einen Mund-Nasenschutz tragen. Zudem sollen die Taktzeiten deutlich verlangsamt werden.

Damit können auch die Zulieferer des Autobauers aufatmen: „Insbesondere die Zulieferunternehmen, die Komponenten wie Achsen, Cockpits oder Kabelstränge in Sequenz fertigen und den Fahrzeugwerken direkt vorgelagert sind, brauchen den Wiederanlauf dringend“, sagt Dirk Vogel vom Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) der dpa. Ebenso wie werksnahe Dienstleister, beispielsweise aus der Logistikbranche, hätten diese Betriebe kurzfristig keinerlei Alternativen, Aufträge an anderer Stelle zu generieren.

Zulieferer wollen Abhängigkeit von unsicheren Lieferketten beenden

Größte Herausforderung für die rund 800 Automobilzulieferer mit rund 75.000 Mitarbeitern in Sachsen sei angesichts internationaler Verflechtungen die Frage, ob und wann alle Teile verfügbar seien. „Deshalb muss der Anlauf schrittweise erfolgen, damit die gesamte Lieferkette nachziehen kann“, so Vogel.

Langfristig müssten sich vor allem Werkzeugbauer und Entwicklungsdienstleister auf Einbußen einstellen, meint der Branchenexperte. Entsprechende Budgets würden aktuell bereits drastisch eingedampft, weil den Autoherstellern durch den „Shutdown“ enorme Kosten entstanden seien. Zugleich gebe es erste Überlegungen, wichtige Komponenten wie Elektronik künftig wieder stärker selbst zu fertigen. (dpa)

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