Hamas: Israelische Truppen im Gazastreifen sind Hürde für Waffenruhe-Abkommen

Ein ranghohes Mitglied der Hamas nannte am Donnerstag die aus seiner Sicht entscheidenden Hürden für eine Waffenruhe mit Israel: Zum einen fordere man den Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen. Zum anderen stoße die aktuell von den USA und Israel unterstützte Stiftung für Hilfslieferungen auf Ablehnung.
Titelbild
Israelische Truppen am 18. Mai 2025 bei ihrem gepanzerten Fahrzeug in einer Stellung an der israelischen Grenze zum Gazastreifen.Foto: Menahem Kahana/AFP via Getty Images
Epoch Times10. Juli 2025

Die von Israel geplante dauerhafte Präsenz seiner Armee im Gazastreifen ist nach Angaben der radikalislamischen Hamas eine der größten Hürden auf dem Weg zu einer neuen Waffenruhe in dem Gebiet. „Wir können die Fortsetzung der Besatzung unseres Landes nicht hinnehmen“, sagte das hochrangige Hamas-Mitglied Bassem Naim am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Auch das aktuelle System der Hilfslieferungen über die von den USA und Israel unterstützte Stiftung GHF sei ein Streitpunkt, fügte Naim hinzu. Delegationen der Hamas und Israels führen derzeit in Katar indirekte Verhandlungen über eine neue Feuerpause in dem seit Oktober 2023 andauernden Krieg. In den Verhandlungen wirken die USA, Ägypten und Katar als Vermittler.

[etd-related posts=“5178545″]

Die Hamas ist vor allem mit der Kontrolle Israels über Rafah an der Grenze zu Ägypten sowie über den sogenannten Morag-Korridor zwischen Rafah und Chan Junis nicht einverstanden. Das wäre „die Auslieferungen unseres Volks in isolierte Enklaven unter der Kontrolle der Besatzungsarmee“, sagte Naim.

Die Palästinenserorganisation fordert nach seinen Angaben zudem ein Ende der Hilfslieferungen durch die GHF. An deren Lieferzentren waren in den vergangenen Wochen nach palästinensischen Angaben immer wieder Menschen getötet worden, die auf Hilfslieferungen warteten.

Freilassung von zehn Geiseln zugestimmt – aber kein Zeitplan

Auf dem Tisch bei den Verhandlungen in Katar liegt ein Vorschlag der internationalen Vermittler für eine 60-tägige Feuerpause. Die Hamas hatte am Mittwoch erklärt, der Freilassung von zehn israelischen Geiseln zuzustimmen. Einen Zeitplan dafür gab es aber zunächst nicht.

[etd-related posts=“5186239″]

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Armeeangaben jedoch tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mindestens 57.760 Menschen getötet. (afp/red)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion