Lawrow: Nordkorea unterstützt Russlands Kriegsziele – Treffen mit Staatsoberhaupt Kim Jong Un

Pjöngjang hat Moskau im Krieg gegen die Ukraine mit Waffen und Soldaten unterstützt. Eine Reise von Russlands Außenminister Lawrow nach Nordkorea befeuert Spekulationen um neue Hilfen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow besucht die nordkoreanische Küstenstadt Wonsan, wo er unter anderem Gespräche mit seiner Amtskollegin Choe Son Hui geführt hat.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow besucht die nordkoreanische Küstenstadt Wonsan, wo er unter anderem Gespräche mit seiner Amtskollegin Choe Son Hui geführt hat.Foto: Uncredited/Russian Foreign Ministry Press Service/AP/dpa
Epoch Times12. Juli 2025

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat bei seinem Besuch in Nordkorea die Fortsetzung der militärischen Allianz beider Länder betont.

„Unsere koreanischen Freunde haben ihre eindeutige Unterstützung gegenüber allen Zielen der militärischen Spezialoperation und den Handlungen der russischen Führung und der russischen Armee bekräftigt“, sagte Lawrow nach einem Gespräch mit seiner nordkoreanischen Amtskollegin, Choe Son Hui.

Mit „militärischer Spezialoperation“ bezeichnet Moskau offiziell seinen seit drei Jahren währenden Krieg gegen die Ukraine.

Anschließend traf der Lawrow das nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Jong Un. In einem Gespräch habe Lawrow erklärt, der russische Präsident Wladimir Putin hoffe auf „direkte Kontakte in sehr naher Zukunft“ zu Kim, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass am Samstag.

Präsident Wladimir Putin (L) und Staatsoberhaupt Kim Jong Un (R) Juni 2024. Foto: Wladimir Smirnow/pool/afp via Getty Images

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Videoaufnahme von Lawrow und Kim beim Handschlag.

Etwa 14.000 Soldaten

Die Gespräche in der Hafenstadt Wonsan laufen vor dem Hintergrund von Medienberichten über eine mögliche neue Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland.

Nordkorea hat mit der Lieferung von Waffen an Moskau unterstützt. Im Herbst vergangenen Jahres gab es dann erstmals Berichte über einen möglichen Einsatz nordkoreanischer Soldaten in der westrussischen Region Kursk.

Sie wurden bei der Rückeroberung der zuvor von ukrainischen Truppen eingenommenen Teile der Region eingesetzt. Insgesamt haben nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes rund 14.000 Soldaten aus Nordkorea an diesem Frontabschnitt gekämpft.

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Lange Zeit hat die nordkoreanische Staatsführung die Entsendung von Soldaten nach Russland nicht bestätigt.

Erst im April behauptete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, dass nordkoreanische Soldaten den russischen Streitkräften dabei geholfen haben, die Region Kursk „vollständig zu befreien“.

Ende Juni zeigte Nordkoreas Staatsfernsehen KCTV zudem Fotoaufnahmen, auf denen zu sehen ist, wie Staatsoberhaupt Kim Jong Un die nordkoreanische Flagge über einen Sarg niederlegt – und damit mutmaßlich jene Soldaten betrauerte, die im russischen Krieg gegen die Ukraine gestorben sind.

Lawrow: Denkmal für koreanische Soldaten in Kursk

In Pjöngjang bedankte sich Lawrow nun noch einmal für die Hilfe Nordkoreas und erklärte, für die gefallenen nordkoreanischen Soldaten werde in Kursk ein Denkmal errichtet.

Ein neuerlicher Einsatz, an dem laut Medien und dem ukrainischen Geheimdienst bis zu 30.000 Nordkoreaner beteiligt sein könnten, wäre nach internationaler Lesart aber selbst vom Beistandspakt beider Länder nicht mehr gedeckt.

Denn nach der Rückeroberung von Kursk würden die nordkoreanischen Soldaten dann mutmaßlich auf ukrainischem Boden kämpfen. (dpa/red)



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