US-Zolleinnahmen mit Rekordhoch – Trump-Politik zeigt Wirkung

Die US-Regierung hat im Juni 2025 einen Haushaltsüberschuss von 27 Milliarden US-Dollar erzielt. Laut aktuellen Zahlen des US-Finanzministeriums ist das vor allem auf deutlich gestiegene Einnahmen aus Zöllen zurückzuführen. Der Überschuss markiert eine Ausnahme im bisherigen Haushaltsverlauf und stellt einen Kontrast zum Defizit von 316 Milliarden US-Dollar im Mai dar. Im Vergleich zum Juni 2024, als ein Defizit von 71 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurde, zeigt sich eine deutliche Verbesserung.
Zolleinnahmen angestiegen
Im Juni 2025 beliefen sich die Zolleinnahmen auf rund 27 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg gegenüber dem bisherigen Höchstwert von 22 Milliarden US-Dollar im Mai [Anm. d. Red.: Sowohl Haushaltsüberschuss als auch Zolleinnahmen im Juni betragen 27 Milliarden US-Dollar]. Damit liegen die kumulierten Zolleinnahmen seit Beginn des Haushaltsjahres im Oktober bei 108 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert stellt einen Rekord für die ersten neun Monate eines US-Haushaltsjahres dar und entspricht einem Anstieg von 93 Prozent im Vergleich zu den 56 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bereits in den ersten Julitagen wurden den täglichen Zahlen des Finanzministeriums zufolge weitere 2,4 Milliarden US-Dollar an Zolleinnahmen erzielt.
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Damit konnten die Zolleinnahmen im Juni noch die Einnahmen aus dem April übertreffen. Laut Daily Treasury Statement vom 24. April erreichten die Einnahmen aus „Zöllen und bestimmten Verbrauchsteuern“ damals 15,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen aus dem April wurden damals vom US-Finanzministerium als ein historischer Höchststand gewertet.
Auswirkungen auf das Haushaltsdefizit
Durch die gestiegenen Einnahmen aus dem Juni konnte das kumulierte Haushaltsdefizit im laufenden Jahr auf 1,34 Billionen US-Dollar gesenkt werden. Das entspricht einem Rückgang von etwa 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz der Verbesserung bleibt das Haushaltsdefizit damit auf einem hohen Niveau.
Die Zunahme der Zolleinnahmen steht im Zusammenhang mit der Handelspolitik von Präsident Donald Trump. Seit seiner Rückkehr ins Amt hat die US-Regierung allgemeine Zölle in Höhe von 10 Prozent auf zahlreiche Handelspartner eingeführt. Zudem kündigte Trump im April weitere Zölle an, deren Höhe sich an den Handelshemmnissen orientiert, die andere Länder gegenüber den USA erheben.
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Diese Gegenzölle waren zunächst für 90 Tage ausgesetzt worden. Anfang Juli verlängerte der Präsident diese Frist per Dekret bis zum 1. August 2025. Ab diesem Datum sollen die Zölle in vollem Umfang wirksam werden.
Finanzminister Scott Bessent rechnet in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Zolleinnahmen. In einer Kabinettssitzung im Weißen Haus am 8. Juli erklärte er, die Vereinigten Staaten befänden sich auf einem guten Weg, bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 Einnahmen in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar zu erzielen. Er betonte dabei, dass die umfangreichen Zollerhebungen der Trump-Regierung erst seit dem zweiten Quartal vollständig wirksam seien.
In den vergangenen Tagen hat die US-Regierung mehrere Länder offiziell über bevorstehende Zollerhebungen informiert. Je nach Herkunftsland der betroffenen Importe variieren die angekündigten Zollsätze erheblich. Auf Produkte aus Japan, Kasachstan, Malaysia, Südkorea und Tunesien sollen Zölle in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Für Einfuhren aus Bosnien und Herzegowina sowie Südafrika sind Sätze von 30 Prozent vorgesehen, während auf Waren aus Indonesien 32 Prozent entfallen sollen. Bangladesch und Serbien sollen mit Zöllen von 35 Prozent belegt werden, Kambodscha und Thailand mit 36 Prozent. Die höchsten Zölle in Höhe von 40 Prozent sind für Importe aus Burma (Myanmar) und Laos angekündigt.
Vor Kurzem verschickte Trump eine weitere Runde von Briefen, in denen er darauf hinwies, dass Algerien, der Irak, Libyen und Sri Lanka jeweils mit Zöllen von 30 Prozent belegt würden, Brunei und Moldawien mit Zöllen von 25 Prozent und die Philippinen mit Zöllen von 20 Prozent. Der Präsident hat außerdem angekündigt, dass Kanada ab dem 1. August mit Zöllen in Höhe von 35 Prozent rechnen müsse.
50 Prozent auf Waren aus Brasilien
Auch das BRICS-Gründungsmitglied Brasilien erhielt einen Brief vom US-Präsidenten. Trump hat dem brasilianischen Staatsoberhaupt Luiz Inácio Lula da Silva mitgeteilt, dass ab Anfang August ein Zollsatz von 50 Prozent auf sämtliche Warenimporte aus Brasilien erhoben werden soll. Als Begründung führte Trump unter anderem Maßnahmen Brasiliens an, die er als Angriffe auf demokratische Grundrechte in den USA wertet. Besonders kritisierte er Entscheidungen des brasilianischen Obersten Gerichtshofs, die seiner Ansicht nach Zensur gegenüber US-amerikanischen Social-Media-Plattformen darstellen.
Im Schreiben äußerte Trump zudem deutliche Kritik am Vorgehen der brasilianischen Justiz gegen den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, den er als politischen Verbündeten bezeichnete. Die Vorwürfe gegen Bolsonaro im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Umsturzversuch nach der Wahl 2022 bezeichnete Trump als unbegründet und warf der brasilianischen Regierung vor, sich international zu isolieren.
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Abschließend kündigte Trump an, den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mit der Einleitung eines Verfahrens nach Abschnitt 301 des US-Handelsrechts zu beauftragen. Ziel sei es, mögliche unfaire Handelspraktiken Brasiliens sowie Maßnahmen gegen digitale Geschäftsaktivitäten amerikanischer Unternehmen zu prüfen.
Die US-Regierung fordert die betroffenen Länder auf, Handelshemmnisse gegenüber den Vereinigten Staaten abzubauen und bilaterale Abkommen zu verhandeln. Andernfalls sollen die genannten Zölle ab dem 1. August 2025 in Kraft treten. Präsident Trump kündigte an, die Frist für Verhandlungen nicht weiter zu verlängern.
Bis zu 2,8 Billionen US-Dollar aus Zöllen
Laut einem Bericht des Congressional Budget Office (CBO) vom 4. Juni könnten sich die Zolleinnahmen der USA in den kommenden zehn Jahren auf insgesamt 2,8 Billionen US-Dollar belaufen. Finanzminister Bessent bezeichnete diese Prognose als konservativ und hält höhere Einnahmen für möglich.
Auch US-Präsident Trump sagte, dass höhere Zölle die Staatseinnahmen erheblich steigern würden. „Das große Geld wird ab dem 1. August fließen. Ich denke, das wurde durch die Briefe, die gestern und heute verschickt wurden, deutlich“, sagte er während der Kabinettssitzung am 8. Juli.
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