Sonnenlicht: Ein Heilmittel der Natur

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass wir Sonnenlicht nicht nur wegen der Bildung von Vitamin D schätzen sollten. Es hat nämlich auch wichtige antivirale, antioxidative und die Atemwege stärkende Wirkungen.
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Foto: Pheelings Media/iStock
Von , 25. November 2025

In Kürze:

  • Sonnenlicht zeigte in Fallstudien, darunter bei COVID-19-Patienten, verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit.
  • Infrarotlicht, das Menschen als Wärme der Sonne wahrnehmen, kann tief in das Körpergewebe eindringen und die Zellfunktion positiv beeinflussen.
  • Ultraviolette Strahlen regen nicht nur die Vitamin-D-Produktion an, sondern können auch krankheitserregende Bakterien abtöten.
  • Bereits 15 Minuten Sonnenlicht reichen für messbare Effekte aus, wobei besonders das schonende Licht bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang empfohlen wird.

 

Sonnenlicht ist die wichtigste Quelle, um körpereigenes Vitamin D zu bilden – das weiß wahrscheinlich jeder. Doch Sonnenlicht kann noch mehr: Es ist auch eine natürliche, oft übersehene Maßnahme, die die Genesung nach oder während einer Infektion erheblich unterstützen kann.

Diese Erfahrung bestätigte Dr. Roger Seheult, Facharzt für Innere Medizin, Lungenkrankheiten, Intensivmedizin und Schlafmedizin anhand seiner eigener Erfahrung.

Wie er in der EpochTV-Sendung „Vital Signs“ erzählte, behandelte Seheult während der Corona-Zeit COVID-19-Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befanden und ohne medizinische Hilfe nicht atmen konnten. Als er ihnen die Sonnenlichttherapie verschrieb, verbesserte sich ihr Zustand innerhalb weniger Tage erheblich.

„Wir konnten jemanden, der fast intubiert werden musste, innerhalb von fünf Tagen vollständig vom Sauerstoff nehmen. Das ist die schnellste Entwöhnung vom Sauerstoff, die ich je gesehen habe“, sagte der Facharzt in der Sendung.

Sonnenlichttherapie gegen chronische Erkrankungen

Die Sonnenlichttherapie geht über akute Fälle hinaus. Das zeigte der Fall eines Patienten, der mehr als ein Jahr lang an Long COVID und unter schwerer Atemnot litt – acht von zehn auf einer Schweregradskala. Trotz zahlreicher Behandlungen und Tests half nichts. Zum Schluss gab Seheult eine einfache Empfehlung: Der Patient sollte sich jeden Tag 20 bis 30 Minuten an der frischen Luft aufhalten.

Drei Wochen später war die Wirkung eindeutig: Die Atemnot des Patienten war auf nur noch drei von zehn Punkten gesunken. Seit dieser Erfahrung empfiehlt Seheult nun fast allen seinen Patienten, täglich in die Sonne zu gehen.

Doch im modernen Leben halten sich viele Menschen die meiste Zeit in Innenräumen auf. Dabei entgehen ihnen möglicherweise wichtige gesundheitliche Vorteile. „Es gibt viele Studien, die zeigen, dass Menschen, die sich im Freien aufhalten und sich in einer sonnigen Umgebung befinden, tatsächlich länger leben“, sagte Seheult dazu.

Laut Studien aus Großbritannien und Schweden gibt es einen Zusammenhang zwischen Sonneneinstrahlung und einer niedrigeren Gesamtsterblichkeitsrate, einschließlich der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

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Das fehlende Puzzleteil: Es geht nicht nur um Vitamin D

Die Vorteile der Sonneneinstrahlung werden oft mit Vitamin D in Verbindung gebracht. Seheult zufolge gibt es jedoch noch weitere positive Wirkungen. Denn er stellte fest, dass sich der Gesundheitszustand seiner Patienten nicht wie erhofft verbesserte, wenn er ihnen allein Vitamin D verabreichte. Das veranlasste ihn dazu, zu untersuchen, ob Sonnenlicht noch andere Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

„Ich begann mich zu fragen, ob Vitamin D vielleicht ein Indikator für etwas anderes war“, sagte Seheult. „Vielleicht gab es etwas an der Sonne, das nichts mit Vitamin D zu tun hatte. Vielleicht wirkte sie auf eine ganz andere Weise, die dem menschlichen Körper zugutekam. Das war etwas, was ich untersuchen wollte.“

Laut Seheult kann die Sonneneinstrahlung den Körper auf einer viel tieferen, zellulären Ebene beeinflussen.

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Wie Sonnenlicht die Zellen mit Energie versorgt

Die Sonne strahlt verschiedene Arten von Licht aus, die jeweils einzigartige Auswirkungen auf den Körper haben. Infrarotlicht, das Menschen als Wärme der Sonne wahrnehmen, kann tief in das Körpergewebe eindringen und die Zellfunktion positiv beeinflussen. „Infrarotlicht trägt entscheidend dazu bei, dass die Mitochondrien, die Kraftwerke unserer Zellen, reibungslos funktionieren“, erklärte er.

Seheult zufolge produzieren Mitochondrien bei optimaler Funktion mehr Melatonin, das im Körper als Antioxidans wirkt. Antioxidantien helfen dem Körper, oxidativen Stress zu bekämpfen, der die Mitochondrien schädigen und weitere Gesundheitsprobleme verursachen kann.

Herzerkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Demenz, Krebs, Long COVID – all diese Krankheiten stehen mit oxidativem Stress der Mitochondrien in Zusammenhang“, so der Facharzt.

Melatonin bekämpft nicht nur direkt oxidativen Stress, sondern hilft auch, andere Antioxidantien im Körper zu regulieren.

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Reichen nicht einfach Nahrungsergänzungsmittel?

Zwar nehmen viele Menschen Melatoninpräparate ein, doch diese können die Wirkung des Sonnenlichts nicht ersetzen. Laut Seheult gibt es zwei Einschränkungen.

Erstens signalisiert oral eingenommenes Melatonin dem Körper in erster Linie, dass es Zeit zum Schlafen ist. „Daher sollte man Melatonin oral wirklich nur unmittelbar vor dem Schlafengehen einnehmen.“

Zweitens sei die Menge an Melatonin, die nachts ausgeschüttet wird, im Vergleich zu der Menge, die in den Mitochondrien produziert wird, minimal. Aus diesem Grund empfiehlt Seheult Sonneneinstrahlung als beste Methode, um eine hohe Melatoninproduktion anzuregen. „Keine orale Melatonindosis kann diese Art der Stimulation ersetzen“, so der Mediziner.

Sonnenlicht: Das Antibiotikum der Natur

Neben Infrarotlicht haben auch ultraviolette (UV-)Strahlen gesundheitsfördernde Eigenschaften. UV-Licht regt nicht nur die Vitamin-D-Produktion an, sondern kann auch krankheitserregende Bakterien abtöten – eine Tatsache, die Ärzte bereits vor über einem Jahrhundert entdeckt haben.

Bevor es Antibiotika gab, war Tuberkulose, eine durch Bakterien verursachte Lungeninfektion, praktisch ein Todesurteil. In Tuberkulose-Sanatorien in der Schweiz und in Österreich wurden Patienten jedoch mit UV-Strahlen behandelt. Die Infizierten wurden in sehr große Höhen gebracht und erholten sich dort oftmals schnell.

Seheult zufolge bieten große Höhen zwei Vorteile: 1. weniger Sauerstoff, den Tuberkulose zum Überleben benötigt, und 2. eine konzentriertere UV-Strahlung. Während Infrarotlicht die Atmosphäre und Kleidung durchdringen kann, ist dies für UV-Licht nicht so einfach. In großen Höhen, wo die Atmosphäre dünner ist, kann man sich einer konzentrierteren UV-Strahlung aussetzen, um die Heilung zu maximieren. Sanatorien, die diese Methode der großen Höhen anwandten, erzielten beeindruckende Ergebnisse.

Das richtige Maß beim Sonne tanken

Die Verbindung zwischen UV-Licht und Hautschäden sowie Krebs beunruhigt viele Menschen. Seheult weist jedoch darauf hin, dass Forscher UV-Licht in der Regel isoliert untersuchen, nicht in Kombination mit Infrarotlicht, wie es natürlicherweise im Sonnenlicht vorkommt.

„Wir entdecken, dass die Mischung aus ultraviolettem Licht und nahinfraroter Strahlung diese Ursache abschwächt“, so Seheult. „Ich glaube, dass […] beide Lichtarten optimal kombiniert sind, sodass sie dem menschlichen Körper maximal nützen.“

Dennoch warnt Seheult vor übermäßiger Sonneneinstrahlung, insbesondere für Menschen, die es nicht gewohnt sind, sich im Freien aufzuhalten. Gefährlich können Solarien sein, die reines UV-Licht ohne Infrarotstrahlung abgeben, sowie der Aufenthalt im Freien bei extrem hohem UV-Index.

Wer eine gesunde Mischung der Sonnenstrahlen erhalten möchte, sollte seinen Worten zufolge zu bestimmten Tageszeiten in die Sonne gehen. Er empfiehlt den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang.

„Dies sind die Tageszeiten, zu denen wir im Verhältnis zum ultravioletten Licht die größte Menge an Infrarotlicht erhalten. Und ich denke, dass dies die perfekten Zeiten für Menschen sind, die normalerweise nicht in die Sonne gehen, um sich der Sonne auszusetzen und ihren Hautschutz aufzubauen.“

Laut Seheult muss die Zeit, die man in der Sonne verbringt, nicht übermäßig lang sein. Er verwies auf eine Studie, in der bereits 15 Minuten Infrarotlicht pro Tag zu positiven Ergebnissen führten.

„Wenn wir bewusst nach draußen gehen […] und jeden Tag etwa 20 bis 30 Minuten mehr Sonnenlicht tanken als derzeit, würde das sehr zu den gesundheitlichen Vorteilen beitragen, die wir derzeit untersuchen.“

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Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Beyond Vitamin D: The Hidden Healing Powers of Sunlight“. (redaktionelle Bearbeitung as)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers oder des Interviewpartners dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.



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